Freitag, 31. Dezember 2010

Let the party begin!

Goodbye 2010!!! Hello 2011!!!

Unter diesem Motto steht die heutige Nacht und natürlich freue ich mich schon auf eine nette kleine Party mit all meinen lieben Freunden! Zeit, das Jahr 2010 einmal Revue passieren zu lassen...

Dieses Jahr im Juli meldete ich meinen kleinen Blog an und rief somit BlueNaversum ins Leben. Und ich bin SO FROH, dass ich es getan habe! Ohne den Blog würde ich jetzt nicht so liebe und nette Menschen kennen, wie meine liebe Steffi, mit der ich die Lesung von Markus Heitz im November erleben durfte oder Mandy, die einfach ein kleiner Engel ist, der man alles anvertrauen kann! Aber auch Bettina (ja, ich war deine Wichtel-Mama!!! *g*), Lari, Jasmin und Brina möchte ich nicht unerwähnt lassen! 

Aber auch tolle Autorinnen und Autoren durfte ich kennenlernen und auch schon zum Teil hier auf BlueNaversum vorstellen! Vielen Dank an Lea Korte, Tim Pieper, Antje Wagner, Ruth Nestvold, Claudia Toman und Annette Eickert! Das motiviert natürlich unheimlich zum Weitermachen!

Natürlich habe ich viele, viele Bücher gelesen, neue Schätze entdeckt, aber auch ein paar Flops hinnehmen müssen. Die ausführliche Dezember-Statistik folgt morgen oder übermorgen hier.

Jahresstatistik 2010 und Vorschau 2011:

2010 habe ich 62 Bücher gelesen, was eine Steigerung um 20 Bücher zum Vorjahr bedeutet. Da ich ja mit Vorliebe sehr dicke Bücher lese, ist das ein guter Schnitt, den es aber in 2011 zu toppen gilt! 47 Rezensionen habe ich geschrieben, von der eine erst im Januar veröffentlicht werden darf. Nur 15 Bücher habe ich nicht rezensiert, nächstes Jahr wird keins ohne Besprechung bleiben!
Eine hole ich derzeit ja mit dem Re-Read von Ruth Nestvolds "Flamme und Harfe" nach, den dieses Buch verdient eine tolle Rezension! Diese könnt ihr bald hier lesen, ebenso wie ein Interview mit der Autorin! Ein paar tolle Interviews erwarten euch in 2011 und (endlich!!! *g*)... tadadadaaaa... das erste Gewinnspiel auf BlueNaversum! Ihr dürft also gespannt sein!!!

Jetzt bleibt mir nur noch, euch allen, meine lieben Blogleserinnen und -leser zu danken, denn ohne euch wäre der Blog nicht so, wie er ist! Bleibt mir weiterhin gewogen und ich versuche euch mit vielen Überaschungen das Leben zu versüßen!

Jetzt aber: Einen guten Rutsch euch allen, feiert schön, auf das wir uns im neuen Jahr wiedersehen!!!


LG eure BlueNa


Sonntag, 26. Dezember 2010

Die Teufelshure - Martina André

Ist sie mit dem Teufel im Bunde?

Edinburgh 1647: Der junge Highlander John Cameron lernt in der schottischen Hauptstadt das junge Mädchen Madlen bei einer Hinrichtung kennen. Wie es der Zufall will verlieben sie sich heftig und innig ineinander und verbringen eine stürmische, aber folgenreiche Nacht zusammen. Was John nicht weiß: Madlen ist das Mündel eines sehr reichen und einflussreichen Parlamentariers namens Lord Cunighame, der eine geheime und teuflische Sekte anführt. Dieser Sekte versucht er nun seine große Liebe zu entreißen: In einer Nacht- und Nebelaktion versuchen John und Madlen gemeinsam zu fliehen um nur bald wieder von Lord Cunighames Schergen mit übermenschlichen Fähigkeiten geschnappt zu werden. John wandert ins Gefängnis, samt seiner treuen Kumpanen. Er soll zum Tode verurteilt werden. Aber es kommt alles ganz anders, nur ob dieses Schicksal besser ist, als der Tod?

Die Highlands 2009: Die junge Molekularbiologin Lilian testet eine Schamanendroge an sich und sieht ganz seltsame Dinge in ihren ausgelösten Visionen: Ein gut aussehender Mann liebt sie in einem alten Bett, und in einer schlimmen Vision wird ihr etwas ganz Schreckliches angetan. Diese Visionen fühlen sich sehr echt an und Lilian beschließt diesen auf den Grund zu gehen. In einem alten Anwesen steht sie dann plötzlich John Cameron, dem Mann aus ihren Visionen, gegenüber. Dass sie in großer Gefahr schwebt ahnt sie noch nicht, doch John wird dies nur all zu schnell klar, als Cuninghames Bruderschaft ihre grausame Klaue nach Lilian ausstreckt…

„Die Teufelshure“ von der Autorin Martina André ist ein Roman, der einen im ersten Teil ins mittelalterliche Schottland führt, das gerade erst eine große Pestepidemie hinter sich hat. Wunderbar schildert die Autorin das damalige, schon etwas fortschrittlichere, Leben in der Stadt Edinburgh und später das harte, entbehrungsreiche und von Clanfehden dominierte Dasein in den Highlands. Sie spinnt die Geschichte, die mit einem etwas früheren Kapitel in John Camerons Leben beginnt, geschickt um Madlen und ihn. Das Böse, in Person von Lord Cuninghame und Bruder Mercurius, ist immer in greifbarer Nähe und streckt die Hand nach seiner großen Liebe aus, während John sich dem immer tapfer und wagemutig entgegen stellt.

Die fantastischen Elemente überwiegen nicht in diesem, zumindest im ersten Teil, historischen Roman, dennoch spielen sie eine ganz entscheidende Rolle, auf die die Geschichte dann im zweiten Teil, der im heutigen Schottland spielt, weiter aufbaut. Die Liebesgeschichte nimmt einen großen Stellenwert ein und ist Johns Motivation immer weiterzumachen, wobei ich sie zu keiner Zeit als kitschig, sondern eher edel, empfand! Großangelegte Rettungsaktionen mit vielen, auch brutalen, Kämpfen ziehen sich durch die beiden, unterschiedlichen Teile des Buches.

Den großen Zeitsprung zwischen den Jahren 1647 und 2009 fand ich überaus spannend, da hier weitere, neue und interessante Charaktere wie Lilian oder Dough eingeführt wurden. Was mich jedoch etwas gestört und irritiert hat, waren stellenweise die Wiederholungen von Tatsachen oder Begebenheiten des vorangegangenen ersten Teils, den man gerade eben beendet hatte. Es war noch alles so frisch in meinem Kopf, dass ich diese Wiederholungen absolut nicht gebraucht hätte und in mir die Vermutung aufkam, dass das Buch vielleicht ursprünglich als Zweiteiler ausgelegt war. Anders kann ich mir das kaum erklären!

Der Schreibstil von Martina André hat mir sehr gut gefallen! Sehr flüssig und zielgerichtet führt sie die Geschichte von einem Höhepunkt zum Anderen, ohne zu seicht oder zu ausufernd zu werden. Die Sprache empfand ich als anspruchsvoll genug, um auch eine Seite gegebenenfalls zwei Mal zu lesen oder über das Gelesene meine Gedanken schweifen lassen zu können! Die Autorin hat es geschafft die Spannung über 660 Seiten aufrecht zu erhalten!

Die Charaktere wie John Cameron oder auch Paddy und Madlen sind sehr schön ausgearbeitet und haben ihre charakterlichen oder sprachlichen Eigenheiten. Auch die weiteren Nebencharaktere sind facettenreich gestaltet, so dass keine Gefahr von Verwechslung droht, wie es mir in anderen Büchern schon häufiger ging. Ich konnte mich sehr gut mit John oder Madlen identifizieren, sie sind mir sehr schnell ans Herz gewachsen! Auch bei Lilian konnte ich mein Herz schnell öffnen und sie an Madlens Stelle hinein lassen.

Die Covergestaltung des großformatigen Taschenbuchs ist gut gelungen: In einem schönen Rot, das zu den Seiten hin schwarz verwischt, fällt es dem potenziellen Buchkäufer schnell ins Auge. Ein schwarzer, fliegender Rabe trägt ein silbernes Amulett in seinen Klauen, über ihm ist der Buchtitel in silbernen Buchstaben aufgedruckt. Die Aufmachung lässt auf jeden Fall einen historischen Roman vermuten, den man dann ja auch zum Teil erhält.

„Die Teufelshure“ ist auf alle Fälle ein Buch, das mich von der ersten Seite an zu fesseln vermochte und mich auf eine wundervolle Reise ins historische, wie auch ins heutige Schottland mitgenommen hat!



von Martina André
Taschenbuch: 662 Seiten
Verlag: Rütten & Loening; Auflage: 2 (20. November 2009)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 335200773X
ISBN-13: 978-3352007736

Rezension vom 26.12.2010

Mein Dank gilt dem aufbau Verlag für die Bereitstellung des Rezensionsexemplars!

Donnerstag, 23. Dezember 2010

Frohe Weihnachten!

Hallo, meine lieben Blogleserinnen und -leser!


Morgen ist es soweit, und das Christkind steht vor der Tür, schleicht sich ganz leise ins Wohnzimmer und lässt viele, viele schöne Geschenke unterm Weihnachtsbaum zurück. So lautlos wie es gekommen ist, verschwindet es dann auch wieder, bis zum nächsten Jahr!


Ich wünsche euch und euren Familien ein gesegnetes Weihnachtsfest und lasst euch ganz reich (mit Büchern^^) beschenken! Wobei mir persönlich ja das Schenken genausoviel Freude bereitet, wie das beschenkt werden!!! :-) Wie ist das bei euch?


Lasst es euch auf jeden Fall gut gehen!


LG
BlueNa

Samstag, 18. Dezember 2010

Heiligtum Band 1. USS Nebraska - Dorison/Bec

Etwas befindet sich tief unten im Meer

Im Jahr 2029 ist die USS Nebraska, ein U-Boot des Typs Grayback-Klasse II, im Meer vor der Syrischen Küste unterwegs, als es ein schwaches Notsignal aufschnappt. Kurzentschlossen gibt der Kommandant den Befehl, den Ursprung des Signals aufzuspüren. Die U-Boot Besatzung findet das Wrack eines alten russischen Unterseeboots, das eigentlich gar nicht existieren dürfte. Eine Tauchmannschaft wird zur Expedition ins Wrack geschickt, wo sie lauter angekettete Tote und merkwürdig beschriftete Tontafeln vorfindet. Auch auf der Nebraska ereignen sich schlimme Dinge. Als die Tauchmannschaft ein Felsentor öffnet und zur Untersuchung hineinschwimmt, bricht jeglicher Kontakt ab…

Die Geschichte steigt im Jahre 1945 mit der russischen Besetzung Berlins ein und springt dann ins Jahr 1957 auf das russische U-Boot. So wird knapp die Vorgeschichte angerissen, aber wirklich nur so knapp, dass einen eine vage Ahnung beschleicht, die aber nicht wirklich greifbar ist. So wird von Anfang an die Spannung geschürt, die nicht mehr abbricht. Es schwingt immer eine düstere, unheilvolle Grundstimmung in den Bildern mit, die den Leser in seinen Bann zieht.

Die Bilder sind dunkel gehalten, viele Gesichter liegen meist im Schatten und weisen dunkle Schraffierungen auf. Dennoch sind alle Details gut erkennbar, was auch dem hochwertigen, glatten Glanzpapier zu verdanken ist, auf dem der Druck aufgebracht wurde. Viele Seiten sind ganz schwarz bedruckt und es heben sich die die einzelnen Bilder vor dem dunklen Hintergrund ab. Es gibt auch tolle doppelseitige Bilder, auf denen dann z.B. das U-Boot und die Unterwasserumgebung großformatig abgebildet sind. Andere Seiten besitzen wiederum einen weißen Hintergrund, so ist für viel Abwechslung für die Augen gesorgt.

Der 64-seitge erste Teil der Graphic Novel USS Nebraska kommt im hochwertigen großformatigen Gewand daher. Der gebundene Comic aus dem SPLITTER Verlag besitzt ein sehr schönes Cover, das einen Tiefseetaucher im grünlich erleuchteten Meerwasser, umgeben von mysteriösen, steinernen, frühzeitlichen Kultgötzenbildern, zeigt. Das untere Drittel ist in schwarz gehalten, auf dem der Titel in hellen Buchstaben aufgebracht wurde.

„Heiligtum“ verspricht Spannung pur, die durch die angehängten, sehr schönen Galerie-Bilder zum Schluss noch weiter geschürt wird und die Fortsetzung „Der Weg in den Abgrund“ zum absoluten Pflichtprogramm macht!



Xavier Dorison / Christophe Bec
Gebundene Ausgabe: 57 Seiten
Verlag: Splitter; Auflage: 1., Auflage (27. Mai 2010)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3868691480
ISBN-13: 978-3868691481

Rezension vom 18.12.2010

Ich bedanke mich herzlich beim SPLITTER Verlag für die Bereitstellung des Rezensionsexemplars!

Sonntag, 12. Dezember 2010

Mottentanz - Lynn Weingarten

Ich gehe jetzt so weit ich kann!

Zwei Jahre schon ist Ellies große Schwester Nina verschwunden. Von einem auf den anderen Tag war sie plötzlich nicht mehr da, dabei wollte sie sich nur mit Freunden treffen. Ellies Leben ging weiter, ohne Nina. Die Welt hat sich weitergedreht, Ellie ist nun 16 und arbeitet in einem netten kleinen Café namens „Mon Coeur“. Ihre Mutter ist Krankenschwester und hat häufig Nachtschicht, so dass Ellie meistens bei ihrer besten Freundin Amanda wohnt. An jenem schicksalhaften Tag, an dem Ellie und Amanda Klamotten anprobieren, findet Ellie plötzlich in einem Karton eine Zeichnung, die nur von ihrer sehr begabten Schwester stammen kann. Mit einer Telefonnummer darauf! Ellie, die niemals die Hoffnung aufgegeben hat, dass Nina noch am Leben ist, ruft diese Nummer an und geht auf eine Party. Plötzlich trifft sie den smarten Sean, der ihr hilft, ihre Schwester zu suchen, doch auf was sie sich da eingelassen hat, hätte Ellie sich nicht in ihren kühnsten Träumen ausmalen können!

Mit „Mottentanz“ schickt die Autorin Lynn Weingarten ihre jungen Leser auf einen Road Trip der besonderen Art. Ellie schwebt zwischen Hoffnung und Bangen, zwischen Liebe, Hass und Angst. Die Gefühle kommen so realistisch rüber, dass man sich wirklich wie Ellie fühlt und nicht nur denkt, zu wissen, wie Ellie sich fühlt. Mit ausdrucksstarken Worten umgarnt Lynn Weingarten den Leser und zieht ihn tief in die Geschichte hinein, in das Schicksal von Nina und Ellie, den beiden Schwestern, deren Liebe Grenzen überwinden kann.

Die Story wird untermalt von einzelnen Zeichnungen Ninas, so dass man die Bilder auch wirklich sieht und Ellies Erkenntnisse nachvollziehen kann. Dieses Stilelement gefällt mir sehr gut! Leider haben sich auch zwei, drei Druck bzw. Rechtschreibfehler eingeschlichen, was aber nicht weiter störend war.

Der Schreibstil der Autorin ist flüssig und sehr schön zu lesen. Sie führt erst langsam in die Geschichte ein, stellt Ellie vor, aus deren Perspektive man alles erlebt, um dann ihre Geschichte Stück für Stück Preis zu geben und den Spannungsbogen nach oben zu führen. Dieser steigt dann immer schneller und rasanter an, so dass der Jugend-Thriller wirklich nun mehr sehr schwer aus der Hand zu legen war! Ellie fungiert hier als Hauptperson und Ich-Erzählerin, deren Gefühle und Erlebnisse unter die Haut gehen.

Die Personen sind realistisch dargestellt und sehr schön ausgearbeitet. Ellie ist einem, als Hauptcharakter, sofort sympathisch und man kann sich voll auf sie und die Geschichte einlassen. Ich musste bei Ellie immer an meine eigene jüngere Schwester denken und konnte sehr viele Parallelen zu ihr feststellen. Im Prinzip war ich dann Nina, die unnahbare, unerreichbare große Schwester, die sehr bald im meinem Geist Form, Farbe und Tiefe angenommen hat, so sehr und intensiv beschäftigt sich Ellie mit Ninas Verschwinden. Amanda ist die tolle beste Freundin von Ellie, die sie nur beschützen möchte und Sean… ja, Sean ist der gutaussehende Typ, der vielleicht Ellies Thomas werden könnte. Aber nur vielleicht!

Die Covergestaltung des Taschenbuchs gefällt mir außerordentlich gut! In hellem rosa gehalten und mit pinken Schmetterlingen verziert wirkt das Bild anmutig und schön, lässt Weite und Tiefe vermuten. Der Titel steht in glänzenden, blauen Buchstaben in der Bitte des Umschlags.

Mein Fazit lautet, dass dies ein Buch war, das in mir viel hat anklingen lassen und mich zum Nachdenken gebracht hat. Es war ein spannendes, Stellenweise sehr humorvolles Buch um ein junges Mädchen und die Liebe zu seiner Schwester, ein Buch, das die Botschaft aussendet: Gib niemals auf!!!!



von Lynn Weingarten
Taschenbuch: 320 Seiten
Verlag: cbt (14. März 2011)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3570307417
ISBN-13: 978-3570307410
Vom Hersteller empfohlenes Alter: 14 - 15 Jahre
Originaltitel: Wherever Nina lies

Rezension vom 12.12.2010

Herzlichen Dank an den cbt Verlag für die Bereitstellung des Rezensionsexemplars! 

Samstag, 11. Dezember 2010

3 Fragen an Antje Wagner, das literarische Interview

Foto: Lutz Edelhoff
Die Autorin Antje Wagner wurde am 3. Februar 1974 in Wittenberg in Sachsen-Anhalt geboren. Ihre Kindheit und Jugend verbrachte sie in einem kleinen Elbdorf im Fläming. Danach nahm sie ein Studium der deutschen und amerikanischen Literatur- und Kulturwissenschaften auf, das sie in Potsdam und dem englischen Manchester absolvierte. Nach ihrer Magisterarbeit arbeitete Antje Wagner als Kellnerin und Sprecherin u.a. für das Bildungsfernsehen. Auch gegenwärtig arbeitet sie noch gelegentlich als Sprecherin z.B. für Audioguides. Sie schreibt Romane, Erzählungen und Theaterstücke und übersetzt auch aus dem Englischen. Heute lebt und arbeitet sie als Autorin, Übersetzerin und Sprecherin in Potsdam.

1999 erschien ihr erster Roman „Der gläserne Traum“ im Querverlag. Seitdem hat sie acht Bücher veröffentlicht. In den Jahren 2001 und 2003 veröffentlichte die Autorin „Lüge mich“ und „Die Gärten bist du“ im selbigen Verlagshaus. Weitere Erscheinungen folgten mit „Mottenlicht“ und „Hinter dem Schlaf“ beim Verlag Kiepenheuer & Witsch (KiWi).


2009 erschien ihr All-Age Thriller „Unland“ beim Berlin Verlag.


Die vierzehnjährige Franka ist der »Neuzugang« im Haus Eulenruh, einem Wohnprojekt für sieben Kinder und Jugendliche. Doch irgendetwas stimmt nicht in dem kleinen Elbdorf. Wieso schweigen die Erwachsenen so beharrlich, wenn man sie auf Unland, diese düstere Ruinenlandschaft am Waldrand, anspricht?

Quelle: Berlin Verlag

Von diesem Roman findet ihr hier meine ausführliche Buchbesprechung.





Ihr aktueller Roman „Schattengesichter“ wird seit dem 01. September 2010 im Querverlag verlegt.

Mila ist sechsundzwanzig und eigentlich Lehrerin. Doch dann begeht ihre Freundin Polly einen Mord für sie und die beiden flüchten vor der Polizei.

Auf ihrer Odyssee geraten Mila und Polly immer wieder an gefährliche Menschen und in lebensbedrohliche Situationen, der Tod scheint sie zu verfolgen. Mit dem wenigen Geld, das Mila mit schlecht bezahlter Schwarzarbeit verdient, halten sie sich über Wasser. Sie leben in Abrisshäusern und brechen oft über Nacht alle Zelte ab, nur um in einer neuen Stadt wieder auf Pollys Fahndungsfotos zu stoßen. Das einzig sichere Versteck und mögliche Endstation ihrer Flucht scheint ein leerstehendes Haus in Schweden zu sein, von dem nur sie beide wissen.

Doch nicht allein das Sterben umgibt die Freundinnen wie eine Aura. Etwas Ungreifbares, Rätselhaftes schwebt über den doch so unterschiedlichen Frauen: Ist wirklich allein ihre Freundschaft der Grund für den Zusammenhalt? Der Blick zurück in die gemeinsame Kindheit lüftet ein dunkles Geheimnis, das Mila und Polly untrennbar, auf beinahe obsessive Art, miteinander verbindet.

Quelle: Querverlag

Für ihre Arbeiten erhielt sie mehrere Literaturpreise, u.a. den ver.di-Literaturpreis (2010, für "Unland"), den Feuergriffel für Kinder- und Jugendliteratur (2009), den Erfurter Stadtschreiber-Literaturpreis (2006).

An dieser Stelle bedanke ich mich herzlich bei Antje Wagner, dass sie sich die Zeit genommen hat, drei kleine Interviewfragen für mein Blogspecial zu beantworten!


3 Fragen an Antje Wagner, das literarische Interview


BlueNaversum: Liebe Antje, wie bist du dazu gekommen Schriftstellerin zu werden und was hat dich dazu veranlasst?

Antje Wagner: Ich hatte zu den verschiedenen Zeiten die verschiedensten Pläne: Ich wollte Biologin werden, Wirtin, Schauspielerin, Stewardess, irgendwas im Verlag, Erfinderin, und kurz vor dem Ende meines Studiums war ich fest entschlossen, Botschafterin zu werden. Letztlich bin ich nun alles zusammen, nämlich Schriftstellerin: Ich kann meine ganzen Traumberufe jeden Tag ausüben, zumindest auf dem Papier. ;)

Ich hab eigentlich nie geplant, Schriftstellerin zu werden, hab aber gespürt, dass da irgendwas war, was raus musste. (Ich glaube, alle Menschen, die irgendeine künstlerische Ader haben, kennen das: Man will sich irgendwie ausdrücken.).

Nun sind in meiner Familie aber alle musikalisch, und so haben meine Eltern mich eben musikalisch gefördert. Ich hab ein Instrument gelernt.

Aber ich war die Einzige, die sich mit der Musik total herumgequält hat. Ich war sozusagen das schwarze Schaf unter lauter Musikern, denn ich war eine Schreiberin und wusste es nur noch nicht.
Was mir, meiner Familie und meinen Klassenkameraden aber schon lange klar war: Ich konnte gut Geschichten erzählen. Auf Klassenfahrten hab ich nachts immer Gruselgeschichten erzählt, bis sich keiner mehr alleine auf Toilette getraut hatte. *g*

Mit dreiundzwanzig hab ich angefangen, eine Geschichte auch mal aufzuschreiben. Ich reichte sie bei einem Verlag ein, und das Wunder geschah: Ich wurde unter Vertrag genommen. Mein erster Roman erschien, als ich 25 war.

BlueNaversum: In deinem Buch „Unland“ geht es um das Mädchen Franka, das ganz allein im Leben ist, und im Haus Eulenruh ein neues zu Hause findet. Wieso hast du gerade diese Person als Hauptfigur gewählt und wieviel steckt von dir in dieser Person?

Foto: Uschi Koch

Antje Wagner: Ich hab immer ein Anliegen. Mit jedem meiner Bücher. Und in UNLAND ging es mir (neben dem Geheimnis) eben vor allem um das Spannungsverhältnis zwischen der sogenannten Normalität und dem „Anderssein“. Es ging mir um Menschen, die nicht in die typischen Muster passen.

Menschen, die in irgendeiner Weise „aus der Reihe tanzen“, haben es oft nicht gerade leicht, so zu sein, wie sie sich eben selber sehen, weil die Außenwelt viel zu häufig glaubt, sie wüsste besser, wie man zu sein und zu leben hätte.

Aus diesem Grund hab ich Franka erfunden. Franka ist nicht gerade das „typische“ Mädchen. Sie ist burschikos wie ein Junge, liebt ihre weiten Hosen und ihre Basecaps, und sie interessiert sich mehr für Fahrräder und Autos statt für Mode. Franka, die aus einem Kinderheim kommt, ist außerdem nicht gerade fein, wenn jemand sie dumm anmacht. Sie kann da ziemlich rotzig sein.

Ich hab Franka aber nicht nur zu einer Figur des Buchs gemacht, die wir als Leser durch die Augen eines Erzählers beobachten, sondern zur Ich-Erzählerin.

Und so erleben wir nun aus Franka heraus – aus ihren Augen, ihrem Denken und ihrem Fühlen – die Geschichte. Wir selbst stecken also in Franka drin, vollziehen ihre Gedanken nach, vollziehen nach, wie sie fühlt, wenn jemand sie dumm anmacht und wie gut es sich anfühlt, schlagfertig zu sein oder einfach zurückzubrüllen.

Das war mir wichtig. Hätte ich einen Erzähler über Franka erzählen lassen, dann wäre zwischen den Lesern und dieser Figur immer so eine Distanz geblieben: man hätte auf Franka draufgeschaut. So wie man ein Insekt anschaut. Weil sie aber die Ich-Erzählerin ist und zugleich auch noch total sympathisch, gibt es keine Distanz mehr zwischen den Lesern und ihr – die Leser stecken direkt in ihrer Gefühls- und Gedankenwelt – und sie verstehen Franka. Auf so eine Weise, dachte ich, kann das Verständnis und eventuell auch die Sympathie für solche unangepassten, sperrigen (und dennoch sehr liebenswerten) Menschen wachsen: Es lässt sich leicht über jemanden meckern, aber sobald man selbst drin steckt, wird einem vieles klar.

Meine Figuren entstehen immer aus Beobachtungen. Ich beobachte meine Umwelt, beobachte Menschen und gestalte daraus meine Figuren. Eine Figur hat mindestens sieben reale Menschen als Grundlage. Darunter bin natürlich manchmal auch ich selbst mit manchen meiner Eigenheiten und Macken. Hinzu kommt dann noch ein großer fiktionaler Anteil. Mir ist es wichtig, dass meine Figuren „atmen“, dass sie mit beiden Beinen fest im Buch stehen und nicht eindimensional und vorhersehbar sind.

Deshalb mache ich mir auch immer Steckbriefe zu meinen Figuren. Ich weiß genau, wer sie sind, woher sie kommen, ihre Familien, was sie sich am meisten wünschen, wovor sie Angst haben, ich kenne ihre Geheimnisse, ich kenne auch die Dinge, die sie vor der Außenwelt verbergen.
Letztlich kommen in ein Buch nur etwa zehn Prozent dessen, was ich als Autorin über die Figur weiß. Aber das ist sogar gut. Denn je mehr ich Autorin über eine Figur weiß, umso standfester wird sie. Ich kenne eben ihre Hintergründe ganz genau, deshalb weiß ich, wie sie sich in Konfliktsituationen verhalten wird und warum. Auf so eine Weise wird eine Figur mehrschichtig und psychologisch logisch.

BlueNaversum: An welchen Buchprojekten arbeitest zu gerade, was erwartet deine Leser in der Zukunft?

Antje Wagner: Im Moment arbeite ich an einem neuen All-Age-Roman. Dieses Mal ist es ein Endzeitthriller. Darin geschieht eine allumfassende Katastrophe, die nur fünf Kinder und Jugendliche überleben: Die Welt bleibt plötzlich stehen. Alles – Menschen, Tiere, die Zeit – erstarrt und versteinert zu einem Augenblick. Diese fünf, die einander nicht kennen, treffen aufeinander. Sie sind die Einzigen, die sich noch bewegen können. Sie tun sich zusammen, sind gezwungen, miteinander zu überleben, ihre verschiedenen Kräfte zu entdecken und herauszufinden, was eigentlich passiert ist. Nach und nach stellt sich heraus, dass diese fünf Kinder und Jugendlichen nicht zufällig dieses Schicksal miteinander teilen müssen. Es gibt etwas, was sie alle verbindet, und es hat mit einem dunklen Geheimnis zu tun, das jeder von ihnen dringend zu verbergen versucht.
Der Roman soll einen spannenden und geheimnisvollen Plot entwickeln, in dem es ein echtes Rätsel zu lösen gilt, und zugleich soll er die Entwicklung von sechs sehr verschiedenen Charakteren zeigen.

Die fieberhafte Suche nach Rettung wird übrigens von einem mysteriösen Nebel erschwert, der langsam aus dem Boden dringt. Und – du ahnst es sicher schon: Die Kinder sind nicht allein.
In dem Nebel ist etwas.
Etwas lauert auf sie. Auf jeden von ihnen.

BlueNaversum: Danke, dass du dir kurz Zeit genommen hast, die drei Fragen an Antje Wagner zu beantworten!

Sonntag, 5. Dezember 2010

WAKE: Ich weiß, was du letzte Nacht geträumt hast - Lisa McMann

Dream a little dream…

Mit acht Jahren hatte es angefangen. Damals hatte Janie das erste Mal ein „Traum-Erlebnis“, bei dem sie in den Traum eines Mitreisenden im Zug gesogen und gefangen wurde. Sie ist nicht fähig, sich aus den Träumen Anderer eigenmächtig zu befreien oder sie zu beenden. Je länger der Traum andauert, desto tauber werden ihre Finger und Füße, bis sie vornüber kippt und zitternd oder reglos am Boden liegen bleibt. Janie ist anders, als die Anderen. Allein mit sich und den Träumen. Nicht mal ihrer Mum oder ihrer besten und einzigen Freundin Carrie hat sich sie anvertraut. Doch dann tritt Carl in ihr Leben. Carl, den sie eigentlich schon länger kennt, aber nie sonderlich beachtet hat. Kann er ihr helfen die Träume unter Kontrolle zu bringen?

Mit „WAKE“ hat Lisa McMann einen Jugend-Fantasy Roman geschaffen, der mich ganz schnell in den Bann der Träume gezogen hat. Jugendlich-frisch erzählt die Autorin die Geschichte eines Mädchens, das mit ihrer „Gabe“ alleine da steht. Janie schuftet sich im Pflegeheim ab, damit sie Geld fürs College zusammensparen kann. Sehr schnell kann man eine enge Bindung zur Hauptprotagonistin aufbauen. Neben den ganz alltäglichen Problemen eines Teenagers, muss sich Janie nachts, oder wann immer eine Mitschülerin oder ein Mitschüler einschläft, mit deren Träumen herumschlagen. Ihr merkwürdiges Verhalten macht sie zu einer Außenseiterin.

Der Erzählstil von Lisa McMann ist einfach und dem jugendlichen Zielpublikum angepasst. Der Text lässt sich flüssig lesen und die Geschichte schreitet schneller fort, als es einem lieb sein mag. Das Buch ist unterteilt in verschiedene Kapitel und diese nochmal in unterschiedliche Datum- und Zeitangaben. So weiß man immer, wo und wann man mit Janie unterwegs ist, lassen sich gut Zeitsprünge einbauen um Längen zu vermeiden. Dadurch bekommt das Buch auch einen leichten Tagebuchcharakter.

Als Hauptfigur steht uns natürlich Janie am Nächsten, doch auch Carrie oder Carl werden toll beschrieben und haben eigenständige Charaktere, zu denen man leicht eine Beziehung aufbauen kann. Durch Ihre Träume erfährt man noch viel mehr über die Personen, als es sonst der Fall wäre. Carl ist lange Zeit undurchsichtig und verbirgt irgendetwas vor Janie, was aber gegen Ende des Buches aufgedeckt und verständlich erklärt wird.

Die Aufmachung des 219 Seiten starken, oder auch kurzen Hardcovers ist schlicht, aber sehr schön anzuschauen. Schwarz ist hier die dominierende Farbe, auf deren Grund sich ein violettes Bettlaken und Kopfkissen befindet. Der Buchtitel ist auch in lila Buchstaben auf schwarzem Hintergrund aufgebracht. Die alles ergibt ein stimmiges und mysteriöses Bild, das auf den Leser sehr ansprechend wirkt.

„WAKE: ich weiß, was du letzte Nacht geträumt hast“ ist ein Jugendbuch, das mich von der ersten Seite an gefangen genommen hat, wie Janie in den Träumen Anderer festsaß. Ich mochte es nicht eher aus der Hand legen, als dass die letzte Seite umgeblättert war und ich endlich wusste, woraus Carls Geheimnis bestand. Wer ein Buch mit viel Fantasie und ein wenig Romantik sucht, der sollte sofort zugreifen und in eine Traumwelt abtauchen, die einen so schnell nicht wieder loslässt!



von Lisa McMann
Gebundene Ausgabe: 221 Seiten
Verlag: Boje; Auflage: 1. (3. August 2009)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3414822334
ISBN-13: 978-3414822338
Vom Hersteller empfohlenes Alter: 14 - 15 Jahre

Rezension vom 05.12.2010
Ich bedanke mich beim Boje Verlag byfür die Bereitstellung des Rezensionsexemplars!

Der Ruf der Schlange - Andreas Gößling

Schlangenmagie und Dampfmobile

Als der königliche Mysto-Agent Samu A. Rabov von seinem Geheimquartier aus aufbricht, um einen Wanderzirkus an der Stadtgrenze von Phora in Augenschein zu nehmen, ahnt er noch nicht, in welch düsteren, magischen Kriminalfall ihn dieser Gang katapultieren wird. Dort angekommen, findet er einen sehr mächtigen Magier vor, der gerade dabei ist, einen Jungen seiner Schlangengottheit zu opfern. Schnell entreißt Samu mithilfe seiner magischen Sichel den Jungen dem Maul der Riesenschlange und flieht mit ihm zusammen in einen geheimen Schutzraum. Schon bald wird er zu einem merkwürdigen Mordfall gerufen, bei dem eine junge Archäologin in einen Baum verwandelt wurde. Samu und sein neuer Assistent Port, dem er nicht über den Weg trauen kann, ermitteln in dieser überaus mysteriösen Sache und kommen bald einem uralten Schlangen- und Vernichtungszauber auf die Spur, der die Stadt Phora und das Reich Dunibien in den Untergang zu reißen droht!

Der neue Fantasy Roman von Andreas Gößling ist Steampunk pur und spielt in einer neuen Fantasy Welt, die vor ca. 1000 Jahren von einer großen Flut heimgesucht wurde, bei der alle technischen Errungenschaften zerstört wurden. Jetzt sind allerdings die Dampfmaschinen wieder auf dem Vormarsch: dampfbetriebene Melodophone und Dampfmobile prägen das Stadtbild von Phora. Viele Dunibier fürchten jedoch erneut den Zorn Linglus, ihres Gottes, und eine neue große Flut. Deshalb erfreuen sich auch die alten Schlangenkulte wieder zunehmender Beliebtheit. In dieser Szenerie ermittelt der königliche Ermittler Samu Rabov und kommt einer ganz furchtbaren alten Magie auf die Spur, von der zunächst keiner seiner Vorgesetzten etwas wissen will!

Magie ist in dieser Welt eigentlich verpönt und Magier sind die Außenseiter der Gesellschaft. Auch Samu beherrsch ein ein wenig Magie, gerade so viel, wie es für seinen Agenten-Job von Nöten ist. Mir gefällt die Darstellung der Magie in diesem Buch sehr gut: Sie ist unterteilt in ein Dunkeldu und ein Lichtich. Das Lichtich und das Dunkeldu müssen in Balance im Geist des Magiers bleiben, doch wenn er zu häufig Magie anwendet, wird sein Dunkeldu gestärkt, was zu völliger geistiger Umnachtung führen kann. Im Laufe der Geschichte wendet Samu immer häufiger Magie an, obwohl er genau weiß, wie gefährlich das für ihn ist. Meines Erachtens tut er das, um seinem verlogenen Assistenten und sich etwas zu beweisen, also aus falschem Stolz.

Der Autor wirft den Leser gleich mitten in die Geschichte, es tauchen sofort viele Namen und Figuren auf. Erst mit der Zeit lernt man den Agenten Samu näher kennen, kann eine Beziehung zu ihm aufbauen. Bis zum Ende des Buches ist er mir sogar sehr ans Herz gewachsen! Alles und jeder scheint gegen ihn zu arbeiten, dabei will Samu doch einfach nur die Wahrheit aufdecken und das Land vor dem Untergang bewahren. Auch die weiteren Personen sind detailliert ausgearbeitet, auch wenn sie die ganze Zeit über rätselhaft bleiben.

Mit der Zeit steigert sich der Spannungsbogen langsam und Samu wird von einer verzwickten Situation zur Nächsten gejagt. An einer Stelle war ich ein wenig enttäuscht: Eine sehr spannende und gefährliche Situation wird nur angedeutet und man erfährt erst später aus Samus Erzählungen, was wirklich passiert ist. Das hätte eine der spannendsten Stellen des Buches sein können! Schade!

Die Umschlaggestaltung des, im Verlag Klett-Cotta erschienen Hardcovers, ist super gelungen! Eine fies aussehende Schlange ringelt sich aus einer alten Schrift fauchend und zischend mit aufgerissenem Maul dem Leser entgegen. Auf schwarzem Hintergrund sticht der Buchtitel durch rot leuchtende Schrift stark hervor. Ein wahrer Augenschmaus! 

Mein Fazit: Ein spannender Kriminalroman im Fantasy Gewand mit vielen Steampunk Elementen, die das Herz eines jeden Liebhaber diesen Genres höher schlagen lassen.



von Andreas Gößling
Gebundene Ausgabe: 526 Seiten
Verlag: Klett-Cotta; Auflage: 1., Aufl. (August 2010)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3608938753
ISBN-13: 978-3608938753

Rezension vom 05.12.2010

Samstag, 4. Dezember 2010

Book in the post box: Schweigt still die Nacht

Heute möchte ich euch ein ganz tolles Buch vorstellen, das ich vorhin aus meinem Briefkasten gefischt habe:

"Schweigt still die Nacht" von Brenna Yovanoff für die Vorab-Leserunde bei Lies&Lausch, die am 08. Dezember 2010 beginnt. Das Buch erscheint offiziell im Januar 2011 bei Script 5. Umso größer ist meine Freude, dass ich es vorablesen darf!!! Danke hierfür an Lies&Lausch, sowie an den Verlag Script5!!!

Aber macht euch selbst ein Bild:

Kurzbeschreibung:
Die Wahrheit lautet schlicht: Man kann eine Stadt verstehen, man kann sie kennen, lieben und hassen zugleich. Man kann ihr grollen und es ändert sich nichts. Letzten Endes ist man doch nur ein Teil von ihr.

Mackie Doyles Geheimnis und das seiner Stadt sind untrennbar miteinander verbunden. Um sein Leben zu schützen, tut er gut daran, keine Aufmerksamkeit auf sich zu ziehen. Doch als ein Kind verschwindet, muss Mackie sich entscheiden: Bricht er das Schweigen oder lässt er das Entsetzliche geschehen?
Mackie lebt in Gentry, einer Kleinstadt in der amerikanischen Provinz. Doch die Welt, aus der er stammt, birgt Tunnel bis tief unter die Erde und bodenlose schwarze Tümpel, sie beherbergt wandelnde Tote und eine Herrscherin, so grausam wie die Nacht. Vor vielen Jahren wurde Mackie ausgetauscht - anstelle eines menschlichen Babys in dessen Wiege zurückgelassen. Er würde alles dafür tun, ein normales Leben zu führen, unbemerkt von neugierigen Augen, doch die andere Seite der Nacht ruft ihn: Als wieder ein Kind verschwindet, die Schwester seiner großen Liebe Tate, weiß Mackie, dass er sich den dunklen Kreaturen tief unter der Stadt stellen und endlich seinen Platz finden muss – in unserer Welt oder ihrer.


Die Autorin: Brenna Yovanoff wuchs in einer Kleinstadt in Arkansas auf und studierte an der Colorado State University. Sie spielt hervorragend Fußball und backt leckere Pasteten, dafür ist sie eine grauenvolle Tänzerin und kann sich einfach nicht entscheiden. (Außerdem mag sie Klammern. Sehr sogar.)
Brenna lebt mit ihrem Mann in Denver.

»Ich liebe diese schöne, schaurige Geschichte über das Hässliche. Lasst sie euch vorlesen, nein, vorflüstern. Am besten, wenn es dunkel ist.«

Maggie Stiefvater


Ab dem 10.01.2010 findet ich hier meine ausführliche Rezension!!! Eins kann ich euch schonmal verraten: Das Buch ist echt toll!!!

Mittwoch, 1. Dezember 2010

Leseliste November 2010

Der November ist auch schon ins Land gezogen und hat mir ein paar wundervolle Bücher und Lesemomente beschert. Drei Mal (!!!) wollte ich schnellstens meine Koffer packen, um an die jeweiligen Schauplätze zu reisen, so schmackhaft haben mir die Bücher diese Orte gemacht! Tatsächlich habe ich ein bischen auf hohem Niveau gemäkelt, wenn es etwas zu Mäkeln gab ;-).

Sechs Bücher waren es diesen Monat gewesen:

Mit Olivia bin ich nach London gereist um ihren Frosch/Prinzen zu retten, in Hexendreimaldrei von Claudia Toman.


Mit Julia ging es dann weiter nach Siena um eine tragische Liebe zu erleben und ein Familiengeheimnis zu lüften. Meine Empfehlung: Dieses Buch mit einem schönen Glas Rotwein genießen! Julia von Anne Fortier.

Mein Lesetiefpunkt diesen Monat: Midnighters von John Westerfeld war nicht ganz meine Welt.
Mein absolutes WOW-Buch des Monats November: Der erste Teil der Chroniken der Unterwelt City of Bones von Cassandra Clare. Ein Buch mit Suchtfaktor!


 
Unland von Antje Wagner ist ein realistisches Portrait eines ankerlosen, jungen Mädchens - mit mystischem und überaschendem Ende! Leseempfehlung!


 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Das letzte Buch, das ich im November beendet habe, ist Der Zauber von Ashgrove Hall von Ursula Isbel. Ein zauberhaftes Buch im rauhen Schottland um ein altes Schicksal und einem Geist?!

Samstag, 27. November 2010

Der Zauber von Ashgrove Hall - Ursula Isbel

Etwas haust in den düsteren Hallen

Liebeskummer ist eine teuflische Sache. Schwermütig und traurig, vor allem enttäuscht über den Verrat zweier, ihr sehr nahe stehenden, Menschen ist Merle. Sie wünscht sich nichts sehnlicher als einen Tapetenwechsel und ist deshalb auch glücklich, als ihr Bruder Anders eine Urlaubsreise nach Schottland vorschlägt. Dank ihrer Tante Thisbe können die Geschwister den Landsitz Ashgrove Hall am schottischen Loch Ash für ein paar Wochen bewohnen. Ein verträumtes, von Efeu überwuchertes Schlösschen tut sich vor den Beiden auf, als sie Ashgrove Hall erreichen. Schnell ist klar, dass hier selten jemand wohnt und alles mit einer dicken Staubschicht behaftet ist. Dunkel und düster erstrecken sich die Eingangshalle und die vielen Räume vor Merle. Etwas Geheimnisvolles umgibt das alte Gemäuer, das spürt sie sofort. Eine unheimliche Präsenz scheint sie fortan jede Nacht heimzusuchen. Als Anders und Merle dann die Bekanntschaft der Buchannan Geschwister Bronwen und Kyle machen, beginnt eine spannende Suche nach dem Ursprung dessen.

Mit „Der Zauber von Ashgrove Hall“ entführt die Autorin Ursula Isbel den Leser ins wunderbare Schottland und erzählt eine Geschichte voller Spannung und Gefühl. Im Hintergrund spielt immer das Schicksal von Bonnie Prince Charlie und seinem Begleiter Alan Campbell, der unter ungeklärten Umständen verschwand, eine große Rolle. Ursula Isbel beginnt mit einem Prolog, der das Schicksal von Alan Campbell ansatzweise erahnen lässt, dennoch bleibt es die ganze Zeit über verschwommen und nicht greifbar. Auch als Merle große Anstrengungen unternimmt, das Geheimnis aufzudecken, bleibt Vieles im Dunkeln.

Die Beziehung und die sich Anbahnende Freundschaft mit den Buchannan-Geschwistern Kyle und Bronwen, nimmt, neben der Suche nach Alan Campbell, einen großen Anteil der Geschichte ein. Wunderbare Beschreibungen der Hall und auch der Umgebung des Hauses tragen den Leser in die Geschichte hinein, so dass Bilder im Kopf entstehen, die einladender nicht sein könnten!

Der Erzählstil der Autorin ist recht einfach gehalten, die Worte und Sätze reihen sich nahtlos aneinander, so dass die Seiten unter den Fingern hinwegfliegen. Die Story wird aus der Ich-Perspektive erzählt, mit Merle als Erzählerin. Insgesamt hätte ich mir mehr Seiten, als die 256 Vorhandenen, gewünscht. So sehr bin ich eingetaucht in die Geschichte um Ashrgove Hall.

Merle ist ein nettes junges Mädchen, das von Liebeskummer geplagt, nur weg will aus ihrer vertrauten Umgebung. In Schottland vergisst sie ihren Kummer recht schnell und blüht zur Geheimnisjägerin auf. Ihr Bruder Anders glaubt nicht an das Übernatürliche und steht der Sache eher skeptisch gegenüber, während Bronwen und Kyle mit den Geschichten über Geister und Feen in den Highlands aufgewachsen sind. Sie stehen dem aufgeschlossener gegenüber. Die Protagonisten sind alle sehr liebevoll und detailliert ausgearbeitet, sie werden auf den Seiten lebendig und man mag noch viel mehr mit ihnen erleben!

Das Cover des gebunden Buches zeigt ein schemenhaftes Anwesen vor den grünen Hügeln der Highlands. Im Vordergrund ist ein nebelverhangener See zu sehen, auf dem der Buchtitel in magentafarbenen Lettern aufgedruckt ist.

Dies war mein erstes, aber mit Sicherheit nicht mein letztes Buch von Ursula Isbel! „Der Zauber von Ashgrove Hall“ hat mir unheimlich Lust auf eine richtige Reise nach Schottland gemacht, und ist nicht nur eine Lesereise wert!



von Ursula Isbel
Gebundene Ausgabe: 255 Seiten
Verlag: Ueberreuter (Juli 2010)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3800055724
ISBN-13: 978-3800055722
Vom Hersteller empfohlenes Alter: 12 - 13 Jahre

Rezension vom 27.11.2010

Ich bedanke mich herzlich beim  Verlag für die Bereitstellung des Leseexemplars!

Freitag, 26. November 2010

3 Fragen an Tim Pieper, das literarische Interview

Ich freue mich sehr, dass ich euch heute ein Blogspecial zum Autor Historischer Romane, Tim Pieper, vorstellen darf.

Jetzt ersteinmal etwas zu seinem Lebenslauf:

(c) Tim Pieper
Tim Pieper wurde 1970 in Stade, einer Hansestadt in Niedersachsen an der Nordsee, geboren. Nach seinem Abitur reiste er erstmal um die Welt, um sich dann dem Studium Neuerer und Älterer Deutscher Literatur, sowie der Rechtswissenschaften zu widmen. Am meisten fasziniert und interessiert ihn aber die Deutsche Geschichte, weshalb er sich auch auf das Schreiben Historischer Romane spezialisiert hat. Im Januar 2010 erschien sein Debütroman „Der Minnesänger“ im Heyne Verlag. Tim Pieper lebt und arbeitet in Berlin, wo er derzeit an seinem zweiten Historischen Roman schreibt. Er gehört dem Autorenkreis Historischer Romane „Quo Vadis“ an.


„Der Minnesänger“ beschreibt das Leben von Hartmann von Aue, einem im Mittelalter sehr berühmten Dichter und Minnekünstler von Geburt an. Es ist ein mitreißender und gut recherchierter Historischer Roman. Hier findet ihr meine Rezension zum „Minnesänger“.
Eine Liebe größer als der Tod
Es ist ein Privileg, als Sohn eines unfreien Lehnsherrn in einem Kloster ausgebildet zu werden. Hartmann von Aue weiß das zu schätzen. Als sich der junge Mann in die Nachbarstochter Judith verliebt, lernt er das Harfespielen nur, um seiner Angebeteten ein Lied zu singen. Bis der Minnesänger sie wiedersieht, vergehen Jahre voller Sehnsucht und Gefahren. Jahre, die den Ritter auf den Kreuzzug führen und die zu Unrecht des Giftmordes beschuldigte Heilerin in den Kerker. Wird er ihr je von seiner Liebe singen können?

Ein faszinierendes Leben: der Dichter und die Heilerin.

Tim Pieper hat sich kurz Zeit genommen, um für das literarische Interview Rede und Antwort zu stehen. Dafür danke ich Ihm an dieser Stelle nochmals recht herzlich!

3 Fragen an Tim Pieper, das literarische Interview:

BlueNaversum: Lieber Tim, wie bist du dazu gekommen Schriftsteller zu werden und was hat dich dazu veranlasst?

Tim Pieper: Schon als Kind kreiste mein Denken ständig um Geschichten, die ich entweder irgendwo gelesen, gehört, gesehen oder mir selber ausgedacht hatte. Irgendwann beschloss ich, die eigenen Storys aufzuschreiben. Das Ergebnis gab ich Menschen, denen ich vertraute, zum Lesen. Mit der Zeit wurde ich mutiger und schickte die Manuskripte auch an Verlage. Leider erhielt ich Standardabsagen, in denen der Verlag nicht über den Grund der Ablehnung informierte, sondern nur sein Bedauern ausdrückte. Mittlerweile weiß ich, dass es viele Ursachen für einen solchen Bescheid geben kann: das Manuskript passt nicht in den Trend auf dem Buchmarkt, der Autor passt nicht in das Anforderungsprofil des Verlages, der Lektor hat mit einem Buch aus dem Genre schlechte Erfahrungen gemacht oder, was natürlich auch sein kann, das Manuskript hat noch keine Angebotsreife. Deshalb ist es wichtig, dass der Schreiberling nicht aufgibt, sondern weiter an sich arbeitet. Die Kultivierung von bestimmten Eigenschaften (Anpassungsfähigkeit, Geduld, Beharrlichkeit und die Bereitschaft, sich ständig zu verbessern) war für mich der Schlüssel zur ersten Buchveröffentlichung in einem Publikumsverlag. Außerdem hat mir die Zusammenarbeit mit einem Literaturagenten sehr geholfen, der meine Ideen auf ihre Markttauglichkeit prüfte und über die nötigen Kontakte verfügte.


BlueNaversum: In deinem aktuellen Buch "Der Minnesänger" geht es um Hartmann von der Aue, der wirklich gelebt hat. Wieso hast du gerade diese Person als Hauptfigur gewählt und wieviel steckt von dir in dieser Person?

Tim Pieper: Der hochmittelalterliche Dichter Hartmann von Aue ist mir zum ersten Mal als Grundkursthema während meines Studiums begegnet. Durch seine höfischen Romane „Erec“ und „Iwein“ hat er einen wesentlichen Beitrag dazu geleistet, dass sich Tugenden wie die Achtung gegenüber der Frau, Ritterlichkeit oder Zuvorkommenheit im zwischenmenschlichen Umgang gesellschaftlich etablierten. Außerdem konnte er in den Köpfen der Fürsten die Botschaft verankern, dass ein Mann durch seine Gesinnung und sein Handeln Anerkennung erringen musste und sich nicht auf seiner hohen Geburt ausruhen durfte. Ich fand das sehr beeindruckend und fragte mich, wie es dem Sohn eines Unfreien möglich sein konnte, ein so vielfältiges und umfangreiches Gesamtwerk zu schaffen. Zunächst recherchierte ich aus reinem Interesse die Umstände. Erst nach und nach entstand die Idee, die vielen kleinen Mosaiksteine zu einer fiktiven Biografie zusammenzufügen und einen Roman zu schreiben, der den Lesern das außergewöhnliche Leben Hartmanns näherbringen sollte.

Bei der Entwicklung der Romanfigur habe ich mich durch die Geisteshaltung und Stimmung von Hartmanns überlieferten Werken inspirieren lassen. Ganz konkret habe ich in den Zeilen auch nach Antworten auf Fragen gesucht wie z. B.: Welche Dienstauffassung vertrat er? Oder wie war sein Frauenbild? Die Interpretation von Liedern und Romanen ist natürlich eine subjektive Angelegenheit. Und obwohl es mein Bestreben war, Hartmanns tatsächlichem Charakter so nahe wie möglich zu kommen, erhält eine Romanfigur erst durch die Inszenierungen des Autors Konturen. Insofern steckt natürlich ein Großteil von mir in ihm.

BlueNaversum: An welchen Buchprojekten arbeitest zu gerade, was erwartet deine Leser in der Zukunft?

 

Tim Pieper: Zurzeit arbeite ich an zwei Buchprojekten. Eines ist in der Vergangenheit angesiedelt, das andere in der Gegenwart. Beide Projekte befinden sich noch in der Angebotsphase, so dass ich über den Inhalt, Erscheinungstermin etc. noch nichts Konkretes verraten möchte bzw. kann. Nur soviel: Beide Romane sollen mindestens genauso spannend und fundiert wie „Der Minnesänger“ werden.


BlueNaversum: Danke, dass du dir kurz Zeit genommen hast, die drei Fragen an Tim Pieper zu beantworten!

 

Falls ihr noch mehr über Tim Pieper erfahren wollt, besucht den Autor doch auf seiner Homepage: http://www.timpieper.net/

Mittwoch, 24. November 2010

Lesungsbericht: Markus Heitz liest aus "Collector"

Gestern Abend, am 23.11.2010, hatten Steffi von Bellas Wonderworld und ich die große Ehre einen der größten Fantasyautoren Deutschlands bei einer Lesung in der Thalia-Buchhandlung in Pforzheim erleben zu dürfen. Nur Christoph Marzi sei noch ein bischen größer, erklärte Markus Heitz gleich zu Beginn der Veranstaltung lachend. Pünktlich um 20:15 Uhr erschien der Autor, der 2003 mit seinem ersten Zwerge-Roman den Durchbruch schaffte, vor dem kleinen, aber feinen Publikum, das ihn schon sehnlichst erwartete.

Am Anfang stellte sich Markus Heitz seinem Zuhörern vor und scheute nicht davor zurück, sich auch mal selber aufs Korn zu nehmen.

Da ich schon drei Bücher von Markus Heitz gelesen habe ("Ritus", "Sanctum" und "Die Mächte des Feuers"), und mir alle gefallen haben, war ich natürlich sehr gespannt auf seinen neuen Roman "Collector", den er als Space Fiction oder Space Opera betitelte und eher weniger als Science-Fiction.

Wie zuvor angekündigt las Markus Heitz drei Episoden aus "Collector", um sie dann an den spannendsten Stellen abzubrechen, "wie Kinotrailer", denn "mehr dazu, gibt es ja im Buch!". Mit einer sehr charismatischen und angenehmen Lesestimme zog der Autor seine Zuhörer in das "Justifier-Universum" hinein. Es herrschte gespannte Stille in der dunklen, nur mit kleinen, schwachen Lichtern beleuchteten Buchhandlung, als Markus Heitz' Stimme den Raum füllte. Das Geschehen in seinem Roman nahm alle gefangen, auch die lustigen Zwischenepisoden, die er zwischen den Buchauszügen erzählte, ließen die Stimmung immer auf hohem Niveau schweben.

Um was geht es eigentlich in "Collector"?



Das Weltall ist nicht groß genug, um zu entkommen...
Die Zukunft, unendliche Weiten ... Dies ist die Geschichte vom Aufbruch der Menschheit ins All. Die Geschichte der Besiedelung zahlloser faszinierender Welten. Und die Geschichte der Begegnung mit den Collectors, Außerirdischen, die noch überheblicher sind als wir – und weitaus gefährlicher ... Mit "Collector" hat Markus Heitz, Autor des Bestsellers "Die Zwerge", das ultimative Zukunftsepos geschrieben – ein atemberaubendes Abenteuer in Cinemascope.

Wir schreiben das Jahr 3042. Die Menschheit ist ins Weltall aufgebrochen, doch nicht mit eigener Technik, sondern mit Hilfe von Objekten, die man bei Ausgrabungen auf der Erde gefunden hat: außerirdische Hinterlassenschaften, die zwar funktionieren, deren Funktionsweise die menschlichen Piloten jedoch nur in Ansätzen verstehen. So verläuft die Besiedelung anderer Planeten denkbar chaotisch. Doch dann treffen die Menschen auf eine außerirdische Spezies – die Collectors –, die anbietet, die menschliche Zivilisation unter ihre Fittiche zu nehmen und in die Gemeinschaft der galaktischen Völker einzuführen. Ein Angebot, das die Menschen nicht ablehnen können – mit katastrophalen Folgen ...
Quelle: Randomhouse


Im Anschluss an die einstündige Lesung nahm sich Markus Heitz sehr viel Zeit, um die Fragen seines neugierigen Publikums zu beantworten. Danach hatte jeder noch die Möglichkeit, sich sein Buch signieren zu lassen und mit dem Autor ins Gespräch zu kommen. Ich hatte mir zuvor "Collector" besorgt, das jetzt, mit einer persönlichen Widmung versehen, einen Ehrenplatz in meinem Bücherregal erhält!

Einen guten Tip gab er uns noch mit auf den Heimweg: "Lasst euch nie entmutigen, schreibt euer Buch!"


Dies war definitv nicht meine letzte Lesung von Markus Heitz!!!


Wer noch etwas mehr über den Fantasyautor Markus Heitz erfahren will, kann seine Homepage besuchen.

Sonntag, 21. November 2010

Unland - Antje Wagner

Steck die Nase nicht in Dinge, die dich nichts angehen!

Für die 14-jährige Franka beginnt ein neues Leben im Haus Eulenruh, einem Erziehungsprojekt für Kinder und Jugendliche im beschaulichen Dörfchen Waldburgen. Franka hat schon viel erlebt, musste viel durchmachen in ihrem kurzen Leben und das Alles hat sie hart gemacht, wie einen Jungen. Auch äußerlich gleicht sie eher einem Vertreter des anderen Geschlechts, als einem jungen Mädchen, was ihr öfter mal Schwierigkeiten einbringt. Sie lebt sich schnell ein in ihrem neuen zu Hause bei Vera und Andreas Kämpf und ihren neuen „Geschwistern“ dem 18-jährigen Ricardo, dem 16-jährigen Computerfreak Michael, den Zwillingen Lizzy und Ann, sowie den kleinen aber traumatisierten Axel und Denise. In der Schule und im Dorf sind die Kinder aus dem Haus Eulenruh allerdings nicht gerade gut angesehen. Bald beginnen die ersten Probleme und Provokationen. Schnell steigern sich die Vorkommnisse und werden immer merkwürdiger. Hat dies alles mit den geheimnisvollen Ruinen von „Unland“ hinter dem Elektrozaun zu tun? Welches Geheimnis verbirgt sich in der Dorfchronik?

Mit „Unland“ hat Antje Wagner einen Jugendroman geschaffen, der sich nicht so einfach kategorisieren lässt. Mit einfühlsamen Worten schildert sie das Leben von Franka und den anderen, zum Großteil Waisenkindern, im Haus Eulenruh, die in der Vergangenheit so viel erlebt haben und erdulden mussten. Ihre Vergangenheit wirft lange Schatten in ihr neues, besseres Leben und sie können nicht so einfach abgeschüttelt werden. Was über dreiviertel der Geschichte wie ein normales, sozialkritisches Buch erscheint, lässt im letzten Viertel die Grenzen zwischen Realität und Fiction verschwimmen und überschreitet die Schwelle zum Schattenland, in dem die tiefsten Ängste der Menschheit verborgen liegen.

Diese Wendung macht für mich den Charme der Story aus. Die ganze Zeit lauerte eine unterschwellige Bedrohung hinter jeder Ecke und hinter jedem Baum, die aber durch die Idylle wieder überdeckt wird. Menschen benehmen sich plötzlich merkwürdig, Tiere verschwinden, bis alles durch den Gerechtigkeitssinn und der Neugier der Kinder auf den Gipfel der Spannung getrieben wird.

Antje Wagner schreibt in einer leichten Sprache. Ihre Erzählweise ist locker und fließend und weist viele Wörter der Jugendsprache auf, die jungen Lesern sehr entgegenkommen dürften. So kommt aber gerade Franka, als Berlinerin, sehr authentisch rüber.

Die Darstellung und Ausgestaltung der, vom Schicksal gezeichneten, Charaktere ist der Autorin wunderbar gelungen. Franka ist nach außen hin oft hart, sie versteckt sich hinter ihrem jungenhaften Äußeren, dennoch verbirgt sich in ihr ein verletzliches Mädchen, das einfach nur geliebt werden will. Die 15-jährigen Zwillinge Ann und Lizzy haben ihre eigenen Strategien entwickelt, wie sie mit der Ablehnung des Dorfes Waldburgen umgehen. Sie werden Frankas beste Freundinnen. Ricardo ist ein sehr tougher junger Mann, der aber seine „Geschwister“ über alles liebt und sie gegen alles und jeden verteidigen würde. Michael neigt zu Wutausbrüchen und verschanzt sich in seiner virtuellen Computerwelt.

„Unland“ ist ein Taschenbuch, dessen Covergestaltung eher schlicht ist. Dennoch vermittelt es gerade durch seine Schlichtheit eine bedrückende und geheimnisvolle Atmosphäre. Es ist ganz in schwarz gehalten. Nur weißes, hohes Gras ist im Vordergrund zu sehen. Blickfang ist der pinke Titel in der Mitte des Covers.

„Unland“ ist „Morbus Dei“ für Jugendliche! Es hat mich mit seiner geheimnisvollen Atmosphäre sofort in seinen Bann gezogen und bis zu seinem fantastischen Schluss nicht mehr losgelassen!



von Antje Wagner
Broschiert: 379 Seiten
Verlag: Bvt Berliner Taschenbuch Verlag (4. September 2010)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3833350520
ISBN-13: 978-3833350528
Vom Hersteller empfohlenes Alter: 12 - 13 Jahre

Rezension vom 21.11.2010

Mein Dank gilt dem  für die Bereitstellung des Leseexemplars!

Samstag, 20. November 2010

City of Bones - Cassandra Clare

Gaube nicht immer, was du siehst

Clary wird verfolgt. Von einem gutaussehenden Jungen namens Jace, den anscheinend nur sie sehen kann. Und das seit sie mit ihrem Freund Simon den Club Pandemonium besucht und drei merkwürdige junge Leute einen blauhaarigen Dämonen getötet haben. Einer davon war Jace, der sie nicht in Ruhe lässt und als plötzlich Clarys Mutter verschwindet, ist er zur Stelle, um sie vor einem scheußlichen Wesen zu retten. Nun wird Clary in eine merkwürdige Welt hineingezogen, die ihr merkwürdig vertraut erscheint. Schattenjäger, Dämonen, Werwölfe und Vampire kreuzen ihren Weg, doch welcher ist ihr Platz unter ihnen? Hat Valentin, ein grausamer ehemaliger Schattenjäger, ihre Mutter entführt? Welches Geheimnis hütet Luke, der gute Freund ihrer Mutter, der immer wie ein Vater zu Clary gewesen ist? Clary und Jace stürzen sich ein gefährliches Abenteuer!

Als Cassandra Clares Debutroman „City of Bones“ erschien, eroberte sie die Herzen ihrer Leser im Sturm. Und meins jetzt auch! Die Geschichte um die junge Clarissa, die plötzlich in eine Welt voller Schattenwesen und Dämonenjäger hineinstolpert ist herzerfrischend, fesselnd und so packend, dass ich das Buch einfach nicht mehr aus der Hand legen konnte! Der Schreibstil der Autorin ist wunderbar flüssig, sie lässt Spannung aufkommen, wo immer es möglich ist, reiht kurze und knappe Sätze an lange detailreiche Beschreibungen, während der Leser mitfiebert, sich am liebsten irgendwo einschließen und zu Ende lesen möchte.

Die fantasievollen Ideen der Autorin sind wundervoll! Ein, mit Dämonenenergie betriebenes fliegendes Motorrad ist mit bisher noch nicht untergekommen. Sie spinnt die Geschichte und Ereignisse so gut um die Protagonisten, baut so viele überraschende Wendungen ein, dass man aus dem Luftanhalten nicht mehr hinaus kommt! Zu keiner Sekunde war das Buch langweilig oder zäh, es hat mich eher hindurchgejagt, durch die 500 Seiten.

Die Protagonisten hatten alle Tiefe und Schärfe, so dass man von Anfang an eine Beziehung zu ihnen aufbauen konnte. Sie waren alle mit unterschiedlichen Charaktereigenschaften ausgestattet und so liebevoll ausgestaltet, dass sie vor meinem inneren Auge lebendig wurden. Clary muss man einfach gern haben. Sie ist süß, nett und unglaublich mutig, aber auch irritiert und verängstigt, weil sie in eine Welt hineingeworfen wird, die sie nicht kennt, mit Personen, denen sie erst mal nicht vertrauen kann. Jace ist der geheimnisvolle, gutaussehende Typ, der Dämonen mit Leichtigkeit erledigen kann. Bei ihm gilt das Motto: Raue Schale, aber weicher Kern. Nur um zu diesem vorzudringen, muss Clary einiges über sich ergehen lassen. Auch Simon, Clarys bester Freund, ist ganz okay, aber eher der Normalo, während Isabelle und Alec skurril und verrückt sind, Schattenjäger eben.

„City of Bones“ ist ein Hardcover mit grünem Schutzumschlag in dessen Mitte ein runder Spiegel in eine andere Dimension prangt. Dunkle Krähen fliegen einer leicht verschwommenen Stadt entgegen. Der Buchtitel ist in goldenen Lettern über dem Spiegel eingeprägt. Ein wenig erinnert mich die Covergestaltung an Michael Endes „Die unendliche Geschichte“.

„City of Bones“ ist der erste Teil der „Chroniken der Unterwelt“ und dieser hat mich so gepackt, dass ich auch die beiden anderen Bände mit Freude und Genuss lesen werde!!!



von Cassandra Clare
Gebundene Ausgabe: 512 Seiten
Verlag: Arena Verlag (15. Januar 2008)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3401061321
ISBN-13: 978-3401061320
Vom Hersteller empfohlenes Alter: 12 - 15 Jahre

Rezension vom 20.11.2010

Vielen Dank an den  Verlag für die Bereitstellung des Rezensionsexemplars!!!


Freitag, 19. November 2010

Oksa Pollock - Die große Lesebotschafter-Aktion von Oetinger

Der Oetinger Verlag hat eine ganz wunderbare Aktion ins Leben gerufen um einer junge Dame namens Oksa Pollock zu helfen, die Bücherregale unserer Nation zu erobern.

In Frankreich ist sie schon ein Star und Hierzulande wird sie es bald sein, denn Oetinger verlost 5000(!!!) Vorabexemplare von "Oksa Pollock. Die Unverhoffte".

Schaut her, so sieht sie aus:


Aber um was geht es in diesem wunderschön aufgemachten Buch?

Kurzbeschreibung:
 Der erste Band der phänomenalen Oksa-Reihe!
Oksa ist nicht begeistert, als ihre Eltern beschließen, von Paris nach London zu ziehen. Ihr bester Freund Gus und seine Familie sind mit von der Partie und so muss sie glücklicherweise die Gemeinheiten des unsympathischen Lehrers McGraw nicht allein aushalten. Doch Oksa entdeckt plötzlich merkwürdige Dinge: Auf ihrer Handfläche lodert ein Feuerball, sie kann frei im Raum schweben und um ihren Nabel zeigt sich ein sternförmiges Mal. Erst jetzt erfährt sie von ihrer wahren Herkunft. Sie ist die "Unverhoffte", die das verschwundene Land Edefia retten soll und damit auch ihre Familie. Doch irgendwie scheint auch ihr Lehrer McGraw in die Geschichte verstrickt zu sein … Ein magisches Abenteuer beginnt.


Wer nun Lust bekommen hat, Oksa Pollock noch vor allen anderen kennen zu lernen, denn sie erscheint offiziell erst am 03.03.2011, der kann sich auf der Seite Oksa Pollock Fans um ein Exemplar des Buches bewerben.

Hier hab ich noch den superschönen Buchtrailer für euch:




Jetzt aber los und schnell ein Exemplar von "Oksa Pollock. Die Unverhoffte" von Anne Plichota und Cendrine Wolf sichern!!!